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Nathanial Wallich (1786-1854): Eine Karriere zwischen Serampore und Kalkutta

Im Rahmen des Serampore-Schwerpunktes erarbeitet der Kieler Lehrstuhl für Nordeuropäische Geschichte die Biographie des dänischen Botanikers Nathaniel Wallich. Der aus einer jüdisch-norddeutschen Familie stammende Wallich ging nach seinem Medizinstudium in Kopenhagen als Kompaniearzt nach Serampore. Nur wenige Monate nach Ankunft in Indien wurde die kleine dänische Besitzung in Bengalen jedoch in die Napoleonischen Kriege hineingezogen und von britischen Truppen besetzt. Unversehens fand sich Wallich als Kriegsgefangener in Kalkutta wieder, wo sich allerdings rasch seine tiefen Kenntnisse nicht nur in der Medizin, sondern vor allem in der Botanik herumsprachen. Sofort nach Kriegsende begann seine Karriere, die ihn innerhalb kürzester Zeit in das Amt des Direktors des Botanischen Gartens von Kalkutta führte. Von hier aus unternahm Wallich Forschungsreisen in das damals so gut wie unbekannte Nepal sowie nach Assam, wo er den wissenschaftlichen Grundstein für den späteren Teeanbau legte. Von seiner Forschungstätigkeit, seinem Organisationstalent und seinem weltweiten akademischen Netzwerk zeugen vor allem etwa 3.000 Briefe, die auch heute noch zu den Schätzen in der Bibliothek des Botanischen Gartens von Kalkutta zählen. Neben einschlägigen Akten in London, Kew und Kopenhagen bildet vor allem diese Korrespondenz den Grundstein für die Erforschung von Wallichs Biographie im Kontext seines Kommunikationsnetwerks und seiner Forschungstätigkeit.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Martin Krieger
Imke Hamann-Bock, M.A.

 
©2015 Universität Kiel
Stand: 06.11.2013
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