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Christliche Mission in Serampore

Da die britische East India Company auf ihren Gebieten bis 1813 – zumindest offiziell – missionarische Aktivitäten nicht duldete, weil man Unruhen und wirtschaftliche Konkurrenz fürchtete, wichen christliche Missionare oft auf die ihnen freundlicher gesonnenen dänischen Stützpunkte in Indien aus. Hierzu gehörte auch Serampore, seit 1755 dänisch, das sich u.a. wegen seiner Nähe zum Fluß Hooghly und dem kolonialen Zentrum Calcutta besonders anbot. Seit den 1780er Jahren waren dort die Herrnhuter Brüder aus der Oberlausitz mit bis zu vier Personen vertreten. Bis 1791 war von ihnen nur noch ein Missionar übrig geblieben, der sich ebenfalls wünschte abberufen zu werden, so dass das Missionsunternehmen der Herrnhuter in Serampore ein unrühmliches Ende nahm.


Zeitnah hatte es aufgrund der Verlagerung des Handelsschwerpunktes nach Serampore im südindischen Tranquebar nahe Madras kaum noch Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten für die dortigen Dänisch-Englisch-Halleschen Missionare gegeben. Deshalb dachten die Missionare in den 1790er Jahren ebenfalls darüber nach, ihren Missionsstützpunkt von Tranquebar nach Serampore zu verlegen. Möglicherweise wegen der Einnahme der dänischen Stützpunkte in Indien durch die Briten zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam eine solche Verlegung jedoch nie zustande.


Zu einem bekannten Missionszentrum wurde Serampore erst nach 1800 durch eine Gruppe britischer Baptisten um den Missionar William Carey (1761-1834), die neben der Missionierung u.a. Sprachforschungen betrieben, Bibelübersetzungen und Grammatiken druckten und Schulgründungen vornahmen. Die in der Missionsdruckerei hergestellte Missionszeitung „A Friend of India“ gilt als Vorläufer der immer noch existierenden Zeitung „The Statesman“. Aus der Mission ging zudem 1818 das bis heute bestehende „Serampore College“ hervor.

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Stand: 06.11.2013
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